bike wash (by Ronald Oehme)
Das Bike am besten nie trocken mit einem Lappen abwischen, dabei kommt nichts als Kratzer im Lack heraus. Wenn die Möglichkeiten zum waschen des Bikes vorhanden sind, dann am besten immer mit warmen Wasser, welches mit Waschmittel angesetzt ist, und einem weichem Schwamm waschen. (Keinen Hochdruckreiniger verwenden!!! Dieser harte Wasserstrahl gelangt in sämtliche Lager und Dichtungen, spült die Schmierstoffe aus und zerstört somit Die Lager von innen heraus.)
Nach der Wäsche das Bike mit einem weichen Lappen trocknen. Da sich der Dreck der Trials nicht nur auf dem Rahmen, sondern auch an alle anderen unzugänglichen Stellen, wie Schaltwerk (Spannrollen), Umwerfer, Kassette, Kettenblätter, Kette und Schaltzüge absetzt, müssen diese auch gereinigt werden. Und weil wir ja alle die Umwelt schonen wollen, nehmen wir dazu kein Benzin, sondern umweltverträglichen Entfetter. Das ist zwar immer der Teil der Bikewäsche, der am langweiligsten ist, aber auch der wichtigste. Denn nur eine saubere Schaltung kann auch tadellos funktionieren und ist auch nicht so verschleißanfällig. Spätestens wenn ihr eure XTR Kettenblätter vorzeitig ersetzen müsst, tut der Griff in den Geldbeutel weh ;-)
Wenn dann das Bike sauber erscheint, habe ich noch einen guten Tipp für euch, der den Lack eures Bikes schont und wieder in frischem Glanz erscheinen lässt. Ich versiegele ca. dreimal im Jahr den Rahmen meines Bikes mit zwei Schichten Hartwachs. Das gibt in vielen verschiedenen Farben und wirkt wahre Wunder. Zum Beispiel fallen an meinem schwarzen Bike die weißen Steinschläge fast gar nicht mehr auf. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: der Dreck, der sich am nächsten Single- Trial ans Rad schmeißt, geht bedeutend leichter wieder runter.
Tipps zur Wartung
Hier noch einige Tipps zusammengefasst, die wahrscheinlich auch, in langwieriger Form, in eurer Anleitung zum Bike steht. Vor jeder Fahrt solltet ihr eure Tauchrohre der Federgabel/ des Dämpfers mit einem fusselfreien Tuch säubern (schont die Dichtungen der Gabel/ des Dämpfers). Wenn ihr eine Gabelpumpe besitzt, könnt ihr auch den Luftdruck eures Fahrwerks regelmäßig kontrollieren, das beugt zu niedrigen Druck vor und schließt somit Durchschläge der Federgabel/ des Dämpfers aus. Wenn ihr keine Pumpe habt, dann hilft euch gerne euer Fahrradhändler des Vertrauens weiter. Der genaue Druck, den ihr für eure Gabel oder Dämpfer braucht, steht im Handbuch, welches ihr beim Kauf mit bekommen habt.
Des Weiteren solltet ihr regelmäßig die Schalt- und Bremsbowdenzüge säubern und leicht ölen. Dazu hängt ihr die Bowdenzüge aus und schiebt die Hüllen beiseite um an die normalerweise unzugängliche Stellen zu kommen.
Um euer Ritzel zu schonen ist es neben dem gründlichen Putzen wichtig die Kette bei Bedarf zu tauschen. Dazu gibt es Kettenlehren, die ihr wenn ihr an eurem Fahrradfachhandel vorbeikommt, mal mit draufhalten solltet. Denn eine stark verschlissene Kette nutzt auch die Kassette und Kettenblätter unnötig schnell ab. Ein guter Zeitindikator ist ca. 1500 bis 2000Km. Ich wechsel meine Kette immer bei 1500Km.
Wenn Ihr noch Felgenbremsen am Bike habt, dann erfordern diese doch etwas mehr Aufwand als nur putzen. Und zwar fängt die Wartung der Bremse dabei an die Bremsklötzer regelmäßig durch Sichtprüfung zu kontrollieren. Zum Beispiel ob sie sich verdreht haben und somit gar nicht oder nur noch zum Teil an der Felge anliegen. Neben der verschlechterten Bremswirkung, birgt das noch zwei weitere Gefahren. Zum einen kann sich der Klotz so verdrehen das er an der Reifenflanke scheuert. Das muss man nicht während der Fahrt merken, manchmal schleift es erst wenn man die Bremse betätigt. In einer langen Abfahrt kann das zu LEBENSGEFAHR werden!!! Und zum anderen kann sich der Klotz einseitig abschleifen und bei stärkerem bremsen an der Felgenflanke verkeilen. Wenn dieser Fall eingetreten ist, dann ist das primär noch nicht gefährlich. Es schleift eben nur die Farbe der Felge ab und Ihr könntet euch wundern warum es denn nun so schwer zu fahren geht. Bei hydraulischen Bremsen ist drauf zu achten das sich keine Luft im Bremskreislauf befindet, denn sonst geht’s in der Abfahrt auch ab. Das entlüften der Bremse würde ich am besten nur beim Fachhändler machen lassen, denn hier geht’s auch um euer Leben was mit dran hängt wenn die Bremse nicht funktionieren sollte.
Kohle am Bike?
Solltet Ihr euch mal ne Carbon-Sattelstütze, Lenker, Vorbau oder sogar ein komplettes Bike mit Carbon-Rahmen kaufen, ist folgendes bei der Montage der Teile zu beachten. Sämtliche scharfkantige Ecken, mit denen Carbon in Berührung kommt, müssen verschliffen werden. Denn das Material reagiert sehr empfindlich auf Kerben. Carbon reißt nicht ein wie Stahl, Aluminium oder Titan. Es bricht mit einem Schlag weg, ohne Vorankündigung! Wenn man aber darauf achtet das sämtliche scharfen Kanten bearbeitet, die Teile fettfrei eingebaut sind (Montagepaste verwenden falls es bei maximalem Klemmdruck noch rutscht) und auch den Klemmdruck im angegebenen Rahmen hält (Drehmomentschlüssel verwenden!!), dann ist Carbon das beste Material was am Bike verbaut werden kann, sehr steif, sehr leicht und es sieht echt geil aus.








